v.a. King Size Dub Vol. 69
Bewertung: 3/5
Dienstag, 10. November 2009, 18:14 Uhr. Stichwörter: album, dub, echo_beach, king_size_dub_69, reggae

Zum fünfzehnten Jubiläum des Labels "Echo Beach" erschien „Volume 69“ aus der „King Size Dub“-Reihe. Dabei ist es eigentlich erst die Nummer dreizehn, doch die gilt bekanntlich als Unglückszahl in unseren Gefilden.
Die „King Size Dub“-Reihe trotzt allen Strömungen der Musik – hier gibt es Dub pur: Keinen Dubstep und keine wilden Break Beats stören die Ruhe am Echo-Strand, und genauso will es der geneigte Käufer hören. Das Hamburger Label „Echo Beach“ legt seit den Neunzigern diese Serie auf und im Laufe der Jahre entwickelte sie sich vom wahren Insidertipp zum Dub-Mainstream. Damit wir uns richtig verstehen: Mainstream und Dub heißt fünf- bis achtausend verkaufte Exemplare. Das sind Zahlen bei denen andere nur müde lächeln. Allerdings sollte man vielleicht auch erwähnen, dass die sogenannten Majors mit arg zurückgehenden Verkaufszahlen zu kämpfen haben, währenddessen die Fans des Echo Beach Labels immer der Sache treu geblieben sind, ordentlich gekauft und weiter empfohlen haben.
Los geht’s, inzwischen fast traditionell, mit einer weiteren Version zu Martha & The Muffins' „Echo Beach“. Der Szenehit der Achtziger Wave Combo muss hier nicht nur als Namenspatron des Labels herhalten, inzwischen wird jede neue „King Size Dub“-Ausgabe mit einer Version dieses Songs eröffnet. Auch der nächste Tune von Deepchild „Racist Friend“ kommt als eine Coverversion daher: der Klassiker aus der britischen Ska-Abteilung (im Original von „The Specials“) hier ganz entspannt – zurücklehnen und geniessen ist angesagt.
Als nächstes steigt unser Freund Jesse King ins Boot, um unter seinem Pseudonym „Dubmatix“ mal zu zeigen, wo dieser Tage der Dubhammer hängt. Der Mann, da kann man sagen was man will, ist einfach „The Producer of the Time“. Aktuell kann dem Kanadier in Sachen Modern Dub & Roots niemand das Wasser reichen. Ein Abstecher auf die Dubmatix-Myspace Seite ist für alle die ihn noch nicht kennen dringend empfohlen.
Auch Junglehammer vs. Daktari machen hier einen guten Job, werden allerdings von Smoke ausgestochen. Die folgen auf die eher ruhige Nummer von Junglehammer und liefern ein Modern Roots-Stück, das sofort ins Ohr geht.
Auch Ruts DC geben wie immer ihr Bestes, reissen einen aber nicht wirklich vom Hocker, da ist ist der nächste Track von International Observer schon wesentlich spannender. Die haben sich an „House Of The Rising Sun“ heran gewagt und herausgekommen ist ein vor allem durch Mixtechniken bestechender und von Effekten wabernder Klangnebel, der mit der zunehmender Hördauer durchaus überzeugt.
Es folgen weitere Coverversionen verschiedenster Interpreten, die mehr oder weniger belanglos sind. Und überhaupt: Bands bzw. Artists die sich Dubxanne nennen und dann auch noch mit einem Police-Cover-Tune daherkommen („Walking On The Moon“), was soll man dazu noch sagen? So langweilig die Namensgebung, so langweilig der Song! Bis auf die Sache mit dem Namen gilt Ähnliches für Dubvisionist und die Sam Ragga Band. Da machen die Schweizer Jungs von Dub Spencer & Trance Hill schon mehr Spass. Die haben sich “Jeanny” von Falco zur Brust genommen: Dabei ist zwar nicht unbedingt ein Meisterwerk herausgekommen, aber in Sachen Mix, Delay's und Reverbs (sprich Soundeffekte) liegt das Duo ganz weit vorn.
Auch Dubblestandart machen ihre Sache gut, insbesondere in Anbetracht der Tatsache dass sie sich mit dem Altmeister Lee Perry eingelassen haben. Die Dub-Legende ist ja zum Teil kaum noch zu ertragen mit seinem Genuschel aus und über Sphären, die sich “Otto-normal-Dubhead” nicht mehr vorzustellen vermag. „I Do Vodoo“ kann man durchaus als gelungen ansehen.
Dub Syndicate machen wie immer einen soliden Job und bei „Sugar Sugar“ geht das Tempo auch wieder nach oben. Muss es auch, denn die New Yorkerin Ari Up lässt es mal wieder krachen. Zusammen mit X.A. Cute (aus Berlin) liefert sie ein Bassbrett das es in sich hat (übrigens ein Remake ihres Hits von 1993 „Mi Done“). Womit wir dann auch wieder beim anfangs erwähnten Dubstep wären, der hier auf jeden Fall durchklingt.
Insgesamt muss man allerdings sagen, dass Volume 69 der Serie für mich eher eine schwächere Ausgabe ist. Zu viel Mittelmass trifft auf einige positive Aussreisser. Allerdings gibt es angesichts der nur fünf bis sechs Euro, die man dafür auf den Tisch legen muss, noch drei von fünf möglichen Punkten. Prost, und alles Gute zum Geburtstag nach Hamburg, ich bleibe auch weiterhin gerne am Echo-Strand!
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